Bewerbungsanschreiben

Das Bewerbungsanschreiben stellt viele Bewerber vor eine unangenehme Herausforderung. Was muss hinein? Was kommt gut an? Sind Floskeln erlaubt?

Auch wenn das Anschreiben in den meisten Fällen von Personalern gar nicht zuerst – und selten vollständig – gelesen wird, bietet es Dir eine hervorragende Möglichkeit, Deine persönliche Eignung für Deinen Traumjob klarzustellen. Wie Dir das ehrlich und überzeugend gelingt, erläutere ich Dir Schritt für Schritt.

So sieht ein formal korrektes Bewerbungsanschreiben aus

Form

Formal ist das Bewerbungsanschreiben ein Geschäftsbrief. Für diesen gilt die Norm DIN 5008, welche Du grundsätzlich einhalten solltest, insbesondere wenn Du Dich im kaufmännischen Bereich bewirbst. Der Duden macht außerdem einige Vorgaben bezüglich der Rechtschreibung Zeichensetzung. Über entstehende Widersprüche der beiden Quellen klären Spezialisten auf wie z. B. Annika Lamer. Zu beachten sind u. a.

  • Seitenränder: links 2,5 cm, rechts 2,0 cm
  • Telefonnummern: Vorwahl wird vom Rest durch ein Leerzeichen getrennt
  • taggenaues Datum

Außerdem sollte die gewählte Schriftart eine gut lesbare (ohne Serifen) in mindestens Größe 11 sein. Damit Absätze visuell nicht erschlagen, sollten sie nicht mehr als 9 Zeilen umfassen. Optisch voneinander abgesetzt werden sie durch eine Leerzeile.

Layout

Für die allermeisten Personaler zählen Struktur und Inhalt einer Bewerbung mehr als ein kreatives Design. Natürlich kann ein ansprechendes Bewerbungsdesign die Aufmerksamkeit von Personalern wecken. Doch wird echtes Interesse an Deiner Mitarbeit damit nicht erzeugt (außer im kreativen Bereich).Wenn Du Dich nicht für eine Position bewirbst, in der es um grafisches Können oder besondere Kreativität geht, konzentriere Dich also lieber auf überzeugende Inhalte als auf ein mögliches Design. Schwarz auf Weiß reicht für eine inhaltlich überzeugende Bewerbung aus.

Absender

Im Briefkopf sollte Folgendes stehen:

  • Vor- und Nachname
  • Anschrift
  • E-Mail-Adresse
  • Telefonnummer

Empfänger

In folgender Reihenfolge gibst Du die Empfängerdaten an:

  1. Unternehmen mit Rechtsform
  2. Name der Personalverantwortlichen
  3. Anschrift

Eine Leerzeile zwischen Straße und Postleitzahl und Ort wird schon seit vielen Jahren nicht mehr gemacht.

Ort, Datum

Das Datum sollte immer tagesaktuell sein. Ein Ort ist nicht mitanzugeben. Das Wort „den“ anzuführen, ist veraltet und wird daher besser weggelassen.

Betreff

Das Wort „Betreff“ wird weggelassen. Die Betreffzeile wird fett geschrieben und sollte nicht mehr als zwei Zeilen umfassen.

Die Betreffzeile ich das Erste, was gelesen wird. Sie sollte daher eine klare Auskunft darüber geben, um was es in Deinem Schreiben geht – und ansprechend sein wie ein guter Zeitungsartikel. Bewirbst Du Dich auf eine ausgeschriebene Stelle, sollte der Betreff beinhalten, auf welche Position Du Dich bewirbst. Auch die Angabe einer Referenznummer hilft Lesern bei der richtigen Zuordnung. Angaben wie „m/w“ kannst Du weglassen. Sorge für eine flüssige Lesbarkeit Deines Betreffs.

Du kannst das besondere Interesse von Lesern wecken, indem Du z. B. persönliche Eigenschaften einfügst, die Du für die Position passenderweise mitbringst. Dieses Attribut sollte Dich als Bewerber durch ein eher seltenes Vorkommen hervorheben. Besonders gut sind Kombinationen aus persönlichen Stärken, die auf den ersten Blick vielleicht sogar konträr wirken. Vergleiche also Deine Liste mit persönlichen Eigenschaften mit den persönlichen Anforderungen in der Stellenbeschreibung.

Anrede

In den allermeisten Fällen machst Du mit der Standard-Anrede „Sehr geehrte…“ grundsätzlich einen guten Eindruck. Sie ist schon seit vielen Jahren üblich und noch immer weit verbreitet. In Österreich wird häufig auch im Geschäftlichen mit „Liebe/r Frau/Herr…“ angesprochen. „Guten Tag…“ ist eine moderne Alternative, an die Du dann sogar den alten Standard anfügen könntest.

Wenn im Stellenangebot keine Ansprechperson im Unternehmen genannt ist, versuche die Namen in Erfahrung zu bringen. Mit Namen fühlen Menschen sich persönlich angesprochen. Achte auf die korrekte Schreibweise des Namens. So sehen mögliche Anreden aus:

  • Sehr geehrte Frau Dr. Meyer-Möller,
  • Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Anrede beginnt zwei Leerzeilen nach dem Betreff.

Ihr auf Du

Einige Unternehmen sprechen potenzielle Bewerber mit Du an. In diesem Fall kann es durchaus zielführend sein, wenn Du die Sprache adaptierst. Du greifst damit die Unternehmenskultur auf und zeigst, dass Du ein somit passender Kandidat bist.

Die Ansprechperson kannst Du dann z. B. mit Vor- und Nachnamen anreden („Sehr geehrte Frau Vorname Nachname“). Das ist allerdings mindestens so ungewöhnlich wie das Duzen eines neuen Geschäfts- oder Arbeitspartners. Und im weiteren Text verwendest Du dann statt Sie ein Ihr bzw. Euch (groß geschrieben). Damit sprichst Du quasi die Menschen im Unternehmen an.

Der Inhalt

Das „Herz“ Deines Anschreibens gliedert sich in folgende Teile:

  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss

Der Leser Deiner Bewerbung möchte sich bzw. im Sinne des Arbeitgebers persönlich von Dir angesprochen fühlen, namentlich und auch inhaltlich. Wirklich überzeugend gelingt Dir das nur, wenn Du zumindest die Einleitung bei jeder Deiner Bewerbungen individuell verfasst. Noch besser verfasst Du jedes Anschreiben vollständig aufs Neue. Somit ist Dein Bewerbungsanschreiben ein Unikat wie ein Liebesbrief.

Damit Dein Anschreiben gelesen wird

  • Die Leser sind – zumindest noch in den meisten Fällen – Menschen. Und diese wollen sich angesprochen fühlen. Neben sachlogischen Argumenten zählt vor allem Emotionalität. Du solltest Dich bestmöglich auf den Adressaten und seine Interessen und Bedürfnisse einstellen, um ihn zu erreichen.
  • Dein Text muss prägnant sein, also sowohl kurz als auch aussagekräftig. Und das hängt wesentlich mit der Aufmerksamkeitsspanne von uns Menschen zusammen. Die ist aufgrund der täglich wachsenden Informationsflut über diverse Kanäle weiter am sinken. Wir entscheiden oft in Bruchteilen einer Sekunde, ob etwas für uns interessant und nützlich ist – oder eben nicht.
  • Vom Groben ins Feine, vom Wichtigen zum weniger Wichtigen. Die Hauptargumente Deiner Bewerbung sollten gleich zu Beginn kommen. Wenn das Interesse des Lesers geweckt ist, liest er weiter. Achte auch auf eine nachvollziehbare Logik im Aufbau Deines Bewerbungsschreibens.
  • Einfache Sprache ist eingängig und überzeugt. Kurze Sätze mit einer klaren, nachvollziehbaren Aussage, wenig oder gar keinen Fremdwörtern (oder Anglizismen ;) machen Texte leichter verständlich.
  • Floskeln sind tabu!
  • Überlege Dir, dass Du eine zentrale Botschaft kommunizieren willst: Ich bin einer der besten Kandidaten – laden Sie mich ein!

Persönliche Eignung

Und sei Dir bewusst, dass die meisten Personaler Deinen Lebenslauf vor dem Anschreiben lesen. Deine fachliche Eignung sollten Leser daher bereits kennen. Im Bewerbungsanschreiben möchten Personaler etwas darüber hinaus über Dich erfahren, insbesondere

  • Deine Persönlichkeit
  • Deine Motivation für Deine Bewerbung für DIESE Position und DIESES Unternehmen
  • Deine Arbeitsweise
  • Deine Werte
  • Deinen möglichen Mehrwert für dieses Unternehmen

Das solltest Du vermeiden

  • Formulierungen oder ganze Sätze aus anderen Bewerbungen oder Vorlagen kopieren
  • Verwendung von typischen Floskeln aus dem Internet
  • Wiederholungen aus Deinem Lebenslauf (insbesondere die Nennung Deiner Tätigkeiten – diese Details gehören in den Lebenslauf)
  • schlichte Nennung bzw. Aufzählung Deiner persönlichen Eigenschaften ohne Kontext
  • Konjunktive (würde, könnte, sollte, hätte etc.), da sie zu schwach wirken
  • Negativ-Formulierungen
  • Nennung Deiner „negativen“ Eigenschaften oder vermeintlichen Schwächen

Einleitung

Der Beginn Deines Bewerbungsanschreibens sollte in jedem Fall eine Beziehungsbrücke zwischen Dir und dem Unternehmen bauen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Deine Einleitung:

  • Bezug auf konkrete Gesprächsinhalte (z. B. aus einem vorab geführten Telefonat oder persönlichen Treffen)
  • Referenz auf eine Brücken-Person
  • Weshalb spricht Dich das Unternehmen als Arbeitgeber an?
  • Was spricht Dich im Stellenangebot besonders an?
  • Was kannst Du als Mitarbeiter Besonderes bieten?
  • Beantworte drängende Fragen, die sich aus Deinem Lebenslauf ergeben

Was Du weglassen solltest, sind auch hier bekannte Floskeln wie z. B.

  • …auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung…
  • …hiermit bewerbe ich mich…
  • …Sie suchen einen teamfähigen und … Mitarbeiter?
  • …ich erfülle die Anforderungen aus Ihrer Stellenanzeige…

Bezug auf ein Gespräch

Wenn Du mit dem zuständigen Personaler vorab ein Gespräch führst, telefonisch oder persönlich, hast Du einen tieferen Einblick in die offene Position und das Unternehmen. Du weißt, worauf es dem Arbeitgeber ankommt. Auf ein konkretes Detail kannst Du in der Einleitung Bezug nehmen. Das erhöht Deinen Wiedererkennungswert.

Referenz auf eine Brücken-Person

Üblicherweise kommt die Direkt-Bewerbung einer Kalt-Akquise gleich. Eine Warm-Akquise baut auf vorhergehenden Kontakten auf und ist erfolgreicher („Vitamin B“). Wenn Du eine Person kennst, die bei Deinem Wunsch-Arbeitgeber arbeitet oder dem Unternehmen anders (positiv) bekannt ist, kannst Du Dich vielleicht auf diese Person namentlich und inhaltlich berufen. Kläre zuvor, ob Du ihren Namen bei Deiner Bewerbung erwähnen darfst. Das erhöht dann die Glaubwürdigkeit.

Immer häufiger nutzen Unternehmen die Empfehlungen ihrer Mitarbeiter, um passende neue zu finden. Dass Du empfohlen werden kannst, setzt natürlich voraus, das Dein Beziehungsnetzwerk von Deinen beruflichen Plänen weiß. Spare daher in Deinem Bekanntenkreis nicht mit der Information, was Du Dir künftig beruflich vorstellst.

Weshalb spricht Dich das Unternehmen als Arbeitgeber an?

Egal ob Du vorab ein Gespräch mit dem Personaler geführt hast oder eine Brücken-Person kennst oder auch keines von beiden, Du solltest Dir das beworbene Unternehmen sehr gut als Deinen neuen Arbeitgeber vorstellen können. In der Einleitung beantwortest Du die Frage, was Dich konkret anspricht. Das können scheinbar banale Dinge sein. Z. B. ist das Unternehmen in Deiner unmittelbaren Nähe. Oder Du bist bereits Kunde oder Geschäftspartner gewesen. Oder deren Unternehmenskultur, Ziele, Produkte, Werte, Philosophie o. a. spricht Dich an. Recherchiere also vor Deiner Bewerbung ausführlich über Deinen Wunsch-Arbeitgeber.

Was spricht Dich im Stellenangebot besonders an?

Wenn Du ein Stellenangebot vor Dir hast, markiere Dir, was Dich (emotional) anspricht. Schau vor allem auf Details in der Beschreibung des Arbeitgebers und in den gefragten persönlichen Eigenschaften. Aber auch im Aufgabenprofil können Dir einzelne Tätigkeiten oder Verantwortungen besonders auffallen, die Du gerne übernehmen möchtest. Vielleicht ist es auch eine eher seltene Kombination von Aufgaben, eine interessante Abwechslung oder ein angebotener Gestaltungsspielraum bei dieser Position.

Was kannst Du als Mitarbeiter Besonderes bieten?

Überlege Dir im Zusammenhang mit der angestrebten Position, weshalb Du – angenommenerweise – besonders geeignet bist. Hast Du vielleicht besondere Kenntnisse, Fähigkeiten oder persönliche Eigenschaften, die entscheidend sind? Weshalb könnte die Stelle genau Dein Ding sein? Es kann sich auch um scheinbare Kleinigkeiten handeln. Z. B. bringst Du persönliche Kontakte mit ein oder Kenntnisse der Konkurrenz. Wodurch könntest Du anderen Mitbewerbern eine Nasenlänge voraus sein?

Beantworte drängende Fragen, die sich aus Deinem Lebenslauf ergeben

Es gibt durchaus Lebensläufe, die für Personaler so drängende Fragen aufwerfen oder Skepsis erzeugen, dass eine Einladung des Bewerbers nicht in Betracht kommt – es sei denn, der Bewerber geht im Anschreiben auf diese Bedenken ein. Beispiele hierfür können sein:

  • längere oder häufige Bewerbungsphasen
  • andere zeitliche Lücken
  • Burnout und andere einschneidende Erlebnisse
  • Auszeiten, Sabbatical
  • häufiger Arbeitgeberwechsel
  • Bewerbung nach einer (beendeten) langjährigen Anstellung
  • Bewerbung nach einer Selbständigkeit
  • mangelnde Berufserfahrung oder Qualifikation (Quereinsteiger oder Berufsanfänger)
  • Wohnort weicht vom künftigen Arbeitsort ab

Kaum ein Bewerber hat einen Lebenslauf ohne einen Haken zu liefern. Doch der Haken will eben erklärt werden, damit Zweifel der Personaler aus der Welt sind.

Hauptteil

Beantworte hier die Frage, weshalb Du für die Position besonders geeignet bist. Auf Deine fachliche Eignung brauchst Du nicht mehr großartig einzugehen, da sie bereits aus Deinem individualisierten Lebenslauf hervorgeht. Und noch einmal: Die meisten Personaler lesen den Lebenslauf vor dem Anschreiben. Nenne im Anschreiben nachvollziehbare Gründe, weshalb Du zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden sollst. Mache Werbung in eigener Sache. Es geht um Deine persönliche Eignung, insbesondere

  • Stärken
  • Motivation
  • spezieller Mehrwert

Stärken

Deine Stärken sind Eigenschaften, die Dich auszeichnen und von anderen Bewerbern unterscheiden können. Du solltest jedoch nicht zu viele, sondern nur die zu den Herausforderungen der Position oder dem Arbeitgeber passendsten.

Damit Du mit Deinen Stärken punktest, braucht es mehr als die reine Nennung oder eine zahlreiche Aufzählung. Stelle sie in einem Zusammenhang dar, einer konkreten Situation, die Du erlebt hast, einer Herausforderung, die Du gemeistert hast. Beschreibe Beispiele für den Einsatz Deiner Stärken. Orientiere Dich an der Frage: Woran kann Dein Umfeld (beruflich oder privat) erkennen, dass Du diese Stärken besitzt?

Deine Kompetenzen oder Stärken kannst Du durch Selbstreflexion oder auch im BewerbungsCoaching herausfinden. Eine sehr wirksame, überzeugende Methode der Kommunikation ist das Storytelling.

Motivation

Hier geht es um das Warum, Deinen Antrieb für Deine Bewerbung. Die Motivation kann durchaus eine fehlende Qualifikation oder Berufserfahrung ausgleichen. Motivierte Mitarbeiter sind eher eine Seltenheit, aber sehr begehrt bei guten Arbeitgebern. Ein motivierter Mitarbeiter arbeitet sich schneller und leichter in neue Aufgaben und Verantwortungen ein, denkt im Sinne des Unternehmens und ist loyaler. Fragen, die Dich Deiner Motivation näher bringen können:

  • Was bewegt Dich zu diesem nächsten beruflichen Schritt?
  • Was begeistert oder interessiert Dich am Aufgabenbereich?
  • Was spricht Dich am Stellenangebot besonders an und weshalb?

Spezieller Mehrwert

Falls Du in der Einleitung noch nicht auf Dein Alleinstellungsmerkmal eingegangen bist, kannst Du es alternativ auch im Hauptteil. Überlege Dir, welche besonderen Vorteile Du Deinem neuen Arbeitgeber verschaffst. Diese können ausschlaggebend für Deine Einladung sein. Ein besonderer Mehrwert für den Arbeitgeber kann z. B. bestehen in:

  • Deinen Kontakten
  • Deiner Erfahrung bei Mitbewerbern
  • Dein Spezialwissen
  • Deine besondere Fähigkeiten

Schluss

Im letzten Absatz kannst Du auf folgende Dinge eingehen:

  • Dein möglicher Eintrittstermin
  • Bitte um Diskretion
  • Deine Gehaltsvorstellung
  • Dein Interesse an anderen Stellen im gleichen Unternehmen
  • Freude auf ein gegenseitiges Kennenlernen

Möglicher Eintrittstermin

Vermeide Formulierungen mit „sofort“, da Du Dich damit möglicherweise unter Wert anbietest. Verwende lieber „kurzfristig“ oder gib besser ein konkretes Datum an, wann Du bereit bist für den Stellenantritt. Wenn Du zuvor noch einen Urlaub o. Ä. machen möchtest, gib Deine Erreichbarkeit entsprechend an.

Diskretion

Sofern Du Dich aus einer ungekündigten Anstellung heraus bewirbst, möchtest Du sicherlich nicht, dass Dein eventuell neuer Arbeitgeber Deinen derzeitigen kontaktiert, um mehr über Dich zu erfahren (das kommt durchaus vor). In diesem Fall bittest Du in einem Satz um diskrete Behandlung Deiner Bewerbung.

Gehaltsvorstellung

Wenn Du im Stellenangebot aufgefordert wirst, Deine Gehaltsvorstellung zu nennen, solltest Du an dieser Stelle des Anschreibens darauf eingehen. Tust Du das hingegen nicht oder nicht konkret mit Zahlenangaben, fehlt dem Arbeitgeber vielleicht ein wichtiges Detail zur Beurteilung Deiner Eignung – und berücksichtigt Deine Bewerbung deshalb nicht. Nenne Deine Gehaltsvorstellung z. B. so: „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 41.000 Euro Jahresbrutto inkl. gehaltsähnlicher Bestandteile.“

Interessen an anderen Stellen im gleichen Unternehmen

Vielleicht hast Du mehrere interessante und auf Dich passende Stellenangebote im gleichen Unternehmen gefunden und möchtest Dich mit einem Anschreiben auf alle bewerben. Ein Anruf beim Personaler bringt Dir Klarheit, ob Du mehrere (individuelle) Bewerbungen schicken solltest oder ein Vermerk in Deiner Bewerbung für die favorisierte Stelle ausreicht. So könntest Du z. B. schreiben: „Sollten Sie mich in einer anderen Position in Ihrem Unternehmen (z. B…) besser eingesetzt sehen, geben Sie gerne meine Bewerbung an die passenden Ansprechpartner weiter.

Freude auf ein gegenseitiges Kennenlernen

Wenngleich es eine Floskel ist, so gehört sie – ernstgemeint und aufrichtig – nach wie vor in den Schluss eines Bewerbungsanschreibens: Die Freude über eine Antwort oder ein gegenseitiges Kennenlernen. Zu vermeiden sind eher unhöfliche Formulierungen wie:

  • Gerne höre ich von Ihnen.
  • Auf eine baldige Antwort freue ich mich.
  • Gerne überzeuge ich Sie…

Eine direkte und gleichzeitig persönlich ansprechende Formulierung ist z. B.: „Über Ihre Einladung zu einem persönlichen Kennenlernen freue ich mich.“

Grußformel

Die gängige Grußformel am Schluss eines kaufmännischen Anschreibens ist noch immer „Mit freundlichen Grüßen“ (ohne Komma), so sagt es die DIN 5008. Wenn man „Mit freundlichem Gruß“ schließt, wirkt es vielleicht geiziger, als wenn man den Plural verwendet. Weniger formelle Grußformeln bieten sich in Abhängigkeit zur Unternehmenskultur an.

Die Grußformel beginnt eine Leerzeile nach dem Fließtext. Darunter kommt Deine Unterschrift, möglichst in blau, damit sie sich von der übrigen schwarzen Schrift schön abhebt. Bei elektronischen Bewerbungsanschreiben (als PDF) empfehle ich einen Unterschriftsscan einzufügen. Bei E-Mails entfällt die Unterschrift.

Unter Deine Unterschrift schreibst Du Deinen Vor- und Zunamen in Klarschrift (mit Computer). Auch dies leitet sich aus der DIN 5008 ab.

Das Anschreiben rundet Deine Bewerbung ab

Auch wenn der Lebenslauf das zentrale Dokument Deiner Bewerbung ist, bietet Dir das Anschreiben die Chance, wichtige Argumente, die neben Deiner fachlichen Eignung für Dich sprechen, ehrlich und überzeugend zu formulieren. Zeige Dich mit Deiner persönlichen Eignung und dem Mehrwert, den Du Deinem Arbeitgeber verschaffst.

 

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