Vorab-Telefonat

Solltest Du Deinen potenziellen Arbeitgeber vor Deiner Bewerbung anrufen? Es gibt zahlreiche Gründe, die dafür sprechen.

Mangelhafte Stellenanzeigen

  • Was bedeutet dieses oder jenes konkret (insbesondere bei den Aufgaben)?
  • Bin ich geeignet mit dieser oder jener Qualifikation bzw. Berufserfahrung?
  • Wie wichtig ist diese oder jene Anforderung? Was wird unbedingt gefordert, was ist lediglich von Vorteil?
  • In welchen Situationen ist eine geforderte Fremdsprache einzusetzen, in welchem Umfang, in welchen Situationen, schriftlich, mündlich?
  • Wie kann ich mich in dem Unternehmen weiter entwickeln?
  • Ist die Stelle auch in Teilzeit auszuüben, in welchem Umfang?
  • Wie sind die regulären Arbeitszeiten?
  • Welche Möglichkeiten des Remote-Working (Homeoffice) gibt es?
  • Was kann ich verdienen?
  • und viele weitere Fragen können sich Dir stellen

Entscheidende Informationen

Antworten auf viele solcher Fragen entscheiden vielleicht darüber, ob Du Dich überhaupt bewerben willst. Oder welche Chancen Du mit Deiner Bewerbung hast, in die engere Auswahl zu kommen. Und je mehr Du über Deine künftigen Aufgaben und den Arbeitgeber weißt, desto individueller und überzeugender kannst Du Deine Bewerbung gestalten.

Initiativ-Bewerbung

Hast Du ein für Dich attraktives Unternehmen entdeckt, welches jedoch gerade keine für Dich passende Stelle auschreibt, kann ein Anruf die Grundlage für eine erfolgreiche Bewerbung sein. Sofern das Unternehmen auf seiner Internetseite nicht ausdrücklich zu einer Initiativbewerbung auffordert, könnte Deine erste Frage am Telefon sein, ob eine solche überhaupt erwünscht ist. Wenn ja, kann Dir das weitere Gespräch Tür und Tor öffnen, so dass Deine Bewerbung fast noch reine Formsache ist.

Frage nach einem potenziellen Bedarf an Deiner Arbeitskraft in den nächsten Monaten. In Deinem Bewerbungsanschreiben kannst Du dann auf konkrete Inhalte des Gesprächs Bezug nehmen und Dich so leicht wieder in Erinnerung rufen. Solch eine Warm-Akquise ist meist erfolgreicher als unmittelbar mit einem Initiativ-Anschreiben ins Haus zu platzen. Schließlich sind sie leider für die meisten Personaler noch eine lästige Zusatzaufgabe.

Vorbereitung des Gesprächs

Damit Dein Telefonat Dich auch wirklich weiterbringt, solltest Du ein paar Dinge beachten.

Ansprechpartner

Eine gute Stellenanzeige nennt zuständige Ansprechpersonen für Deine Fragen mit Telefonnummer und E-Mail. Falls nicht, ist Deine Recherche gefordert. Häufig findest Du die Kontaktdaten von Personalern über die Unternehmensseite im Internet. Aber auch Netzwerke wie Xing und facebook können weiterhelfen. Schaue auch im Impressum der Website. Dort muss mindestens eine Telefonnummer des Unternehmens angegeben sein. Das ist dann wahrscheinlich die Zentrale. Von dort lässt Du Dich in die Personalabteilung verbinden oder erfährst die richtigen Ansprechpartner.

Anruf versus E-Mail

Ein Telefonanruf hat meist höhere Priorität als eine E-Mail. Während eine Mail schon mal untergeht in der Fülle des Posteingangs, muss sich der Angerufene spontan entscheiden, ob er abnimmt. Im Gegensatz zur Mail oder Nachricht ist der wesentliche Vorteil in einem Gespräch die Möglichkeit des unmittelbaren Dialogs: Unklarheiten kann mit Rückfragen begegnet werden. Dadurch gibt es weniger Missverständnisse und eine höhere Informationsdichte. Das vereinfacht und beschleunigt Entscheidungen. Und nicht zuletzt kommunizieren wir im Gespräch viel mehr als nur das gesprochene Wort. Wir lernen also auch unser Gegenüber besser kennen.

Rahmenbedingungen

Das Timing Deines Anrufs ist mitentscheidend für Deinen Erfolg. Montag früh oder Freitag nachmittag sind wahrscheinlich eher ungünstige Zeiten. Erfahrungsgemäß sind in der Mittagszeit viele Personaler gut zu erreichen, bevor sie am Nachmittag vielleicht wieder in Besprechungen sitzen.

Stelle bei Deinem Anruf zuerst sicher, dass Du die richtige Ansprechperson am Apparat hast, die Dir auch wirklich hilfreiche Auskünfte erteilen kann. Sage, dass Du zum Stellenangebot ein paar Fragen hast, die darüber entscheiden, ob Du Dich bei ihnen bewirbst. Falls es ein ungünstiger Zeitpunkt ist, wirst Du es erfahren. Frage in dem Fall, wann es besser wäre.

Reihenfolge

Beginne zunächst mit Fragen zum Aufgabengebiet oder zur Qualifikation, also inhaltlichen Fragen zur Position. Erst dann stellst Du Deine Fragen zum Arbeitsumfeld, den Rahmenbedingungen oder dem möglichen Verdienst.

Ruf an!

Die wenigsten Bewerber trauen sich, einem Personaler Fragen zu stellen, erst recht nicht in einem Telefonat vor ihrer Bewerbung. Wenn Du Deinen Anruf gut vorbereitest und nicht völlig auf den Mund gefallen bist, ist das Vorab-Telefonat ein cleverer Schachzug gleich zu Beginn des Bewerbungsprozesses.

 

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