Anlagen in der Bewerbung – was kommt in den Anhang?

Du hast Deinen Lebenslauf erstellt und ein Anschreiben formuliert – fertig ist Deine Bewerbung. Aber wie sieht es mit Anlagen aus? Auch wenn der sogenannte Anhang einer Bewerbung von Personalentscheidern nicht unbedingt in der ersten Sichtung beachtet wird, lohnt sich eine genauere Auseinandersetzung mit den Bewerbungsanlagen. Vor allem wenn es darum geht, Dich von den anderen Mitbewerbern positiv abzuheben. Insbesondere Bewerbungsanschreiben ähneln sich in vielen Fällen. Doch gerade in speziellen Anhängen liegt eine besondere Chance für Deinen Bewerbungserfolg.

Gute Gründe für Anlagen zur Bewerbung

Der Bewerbungsanhang hat seinen Ursprung im obligatorischen Nachweis zu den gemachten Angaben in der Bewerbung, insbesondere im Lebenslauf. So belegen Zeugnisse und Zertifikate die Zeiten und Stationen Deiner Biografie. Doch darüber hinaus werden entscheidende Informationen dem Anhang zu deiner Bewerbung entnommen, wenn es um Deine Qualifikation, Expertise oder Persönlichkeit geht.

Mögliche Anlagen im Bewerbungsanhang

Neben den gängigen Arbeitszeugnissen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, was Du Deiner Bewerbung anhängen kannst:

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Für die Anlagen zu Deiner Bewerbung gibt es vielfältige Möglichkeiten – wähle mit Bedacht die richtigen Anlagen aus.
  • Arbeitszeugnisse
  • Praktikumszeugnisse
  • Arbeitsbestätigungen
  • Schulzeugnisse
  • Ausbildungsnachweise
  • Abschlüsse jeglicher Art
  • Zertifikate
  • Diplome
  • Teilnahmebescheinigungen
  • Arbeitsproben
  • Exposés
  • Führungszeugnis
  • Referenzen
  • Projektübersichten
  • Kompetenzprofile
  • Persönlichkeitsprofile
  • Motivationsschreiben
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Arbeitszeugnisse sind der Klassiker im Anhang einer Bewerbung

Von größter Bedeutung dürften die Arbeitszeugnisse sein. Einfache Zeugnisse liefern lediglich einen Nachweis zu einem Anstellungsverhältnis und den übernommenen Aufgaben. Qualifizierte Arbeitszeugnisse hingegen enthalten häufig zahlreiche, verschlüsselt formulierte Bewertungen zur Arbeitsweise und -qualität. Derart aussagekräftige Anhänge sind für Personaler entscheidend beim Vergleich verschiedener Kandidaten im Bewerbungsverfahren. Als Laie liest sich jedoch auch ein schlechtes Arbeitszeugnis durchaus gut. Bevor Du ein Zeugnis als Anlage zu Deiner Bewerbung hinzufügst, solltest Du Dich daher eingehend mit der Zeugnissprache und den einschlägigen Formulierungen auseinandersetzen. Für die Übersetzung wirst Du im Internet schnell fündig.

Grundsätzlich solltest Du die letzten Anstellungsverhältnisse bzw. die letzten 10 Berufsjahre mit Arbeitszeugnissen belegen. Was aber, wenn Du Zeugnisse ausgestellt bekommen hast, die nicht unbedingt gute Werbung für Dich machen? Sicher möchtest Du Dir den Weg in den neuen Job nicht damit verbauen. Dennoch ist das Weglassen dieser Anlagen in der Bewerbung nicht die beste Idee. Schließlich riechen Personaler förmlich, dass Du etwas verheimlichen möchtest, und werden skeptisch. Eine Ausnahme ist denkbar, wenn das betreffende Arbeitsverhältnis relativ kurz war. In solchen Fällen wird meist ohnehin von der Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses abgesehen.

Zeugnisse für Schule, Ausbildung und Studium als Bewerbungsanlage

Wenn Du bereits eine Ausbildung, ein Studium und vor allem ein paar Berufsjahre hinter Dir hast, reicht es in der Regel vollkommen aus, das Zeugnis Deines höchsten Schulabschlusses Deiner Bewerbung anzuhängen. Den Abschlüssen aus Ausbildung und Studium kommen eine höhere Bedeutung zu. Schließlich ermächtigen manche davon Dich überhaupt erst zur Berufsausübung. Diese Anlagen sind daher unerlässlich, selbst wenn die Ausbildung schon viele Jahre zurückliegt. Für einige Personaler sind dabei auch die erlangten Noten von Interesse. Außerdem empfiehlt sich zu weniger bekannten Abschlüssen eine Übersicht der wesentlichen Lerninhalte Deiner Bewerbung anzuhängen.

Zertifikate und Bescheinigungen zu Weiterbildungen im Bewerbungsanhang

Da es verschiedenste Anbieter und Inhalte von Weiterbildungen gibt, kommt den Anlagen hierzu in Deiner Bewerbung eine besondere Bedeutung zu: Personaler können anhand der Details besser nachvollziehen, was Du genau gelernt hast und inwiefern die Inhalte relevant sind für Deinen neuen Job .

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Auch Arbeitsproben, Collagen oder Exposés können eine wertvolle Anlage in Deiner Bewerbung sein und Dein Können unterstreichen.

Spezielle Anlagen zu der Bewerbung: Exposés und Arbeitsproben

In manchen Arbeitsbereichen, wie z. B. dem grafisch-kreativen, sprechen Bilder und Ansichten Deines Könnens mehr als 1000 Worte. Exposés, Arbeitsproben oder auch Collagen zeigen Deine Arbeit konkret und anschaulich. Nutze diese Überzeugungskraft in Deiner Bewerbung durch entsprechende Anlagen. Und nicht nur für einen Kreativ-Job kann es Dich weiterbringen – auch ein Bauingenieur beispielsweise kann seine Werke mit Fotos beeindruckend sichtbar werden lassen.

Referenzen als Ergänzung zu Arbeitszeugnissen im Anhang

Arbeitszeugnisse sind üblicherweise für Personaler eine erste Adresse in den Anlagen zur Bewerbung. Doch manchmal sind diese aufgrund ihrer standardisierten Formulierungen nicht besonders aussagekräftig, insbesondere wenn es sich um ausländische Schriftstücke handelt. Eine individuell und persönlich verfasste Referenz gibt durchaus wertvolle Informationen über Dich als Bewerber. Referenzschreiben sind besonders für Freiberufler üblich und ein Ersatz zum Arbeitszeugnis. Von besonderem Wert sind außerdem Kontaktdaten zum Referenzgeber. Dies ermöglicht Personalentscheidern auf kurzem Wege Detailinfos zum Bewerber, seiner Arbeitsweise und vielem mehr zu erhalten.

Projektübersichten als Anlage

Da wir heute in vielen Bereichen projektbezogen arbeiten, kann die Angabe der Projekte mit den jeweiligen Aufgaben, Zielen und Erfolgen schnell den Lebenslauf sprengen. Bei einem entsprechenden Umfang empfiehlt sich daher eine Auslagerung dieser Details in eine Projektübersicht bzw. Projektblatt. Zusätzlich sollte mitangegeben werden, wann und in welchem Kontext bzw. bei welchem Unternehmen die Projekte durchgeführt oder geleitet wurden.

Kompetenzprofile bereichern die Bewerbung im Anhang

Aus Deiner Berufserfahrung, vielleicht sogar bei verschiedenen Arbeitgebern, leiten sich diverse erworbene Kompetenzen ab. Um Deinen Hard- und Softskills, Deinen Stärken, einen gebührenden Platz in der Darstellung innerhalb Deiner Bewerbung zu geben, kannst Du ein Kompetenzprofil erstellen und Deiner Bewerbung beilegen. Dabei solltest Du allerdings von einer reinen Aufzählung Deiner Kompetenzen absehen und vielmehr kurze Randnotizen hinzufügen, die nachvollziehbar machen, wo Du die Kompetenzen erworben bzw. erfolgreich eingesetzt hast.

Persönlichkeit ist auch als Anlage in der Bewerbung gefragt

Deine persönliche Eignung als Bewerbung ist für die meisten Jobs mindestens genauso gefragt wie die fachliche. Doch während letztere sich gut aus Deinem Lebenslauf ableiten lassen, wird es beim Erfassen Deiner Persönlichkeit schon schwieriger für Personalentscheider. Doch musst Du nicht erst zu einem Assessment oder Vorstellungsgespräch eingeladen werden, um Dich ein Stück persönlicher kennenlernen zu können. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten, ein Persönlichkeitsprofil mit vorhergehender Analyse (meist per elektronischem Fragebogen) erstellen zu lassen. Das Internet hält sogar viele kostenlose Persönlichkeitstests für Dich bereit.

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Die Persönlichkeit und Motivation eines Bewerbers ist für die Personalauswahl sehr entscheidend. Persönlichkeitstest und andere Anlagen können glaubwürdige Belege liefern.

Motivationsschreiben im Anhang oder direkt als Bewerbungsanschreiben

Manche Arbeitgeber fordern von Bewerbern ausdrücklich ein Motivationsschreiben ein. Dies deutet darauf hin, dass den Personalern für ihre Entscheidung die Motivation der Kandidaten von besonderem Wert ist. Stellt sich allerdings die Frage, ob es ein extra Motivationsschreiben braucht oder ob nicht bereits das klassische Bewerbungsanschreiben von Dir genutzt werden sollte, um Deine Job-Motivation zu erläutern?

Die dritte Seite als Anlage zur Bewerbung

Die wohl bekannte dritte Seite in einer Bewerbung stammt aus der Zählung zusätzliches Dokument in der Bewerbung (abgesehen vom Anhang) nach dem Bewerbungsanschreibens als erstes und dem Lebenslauf als zweites. Es dient somit einer extra Information. Manche verwenden die dritte Seite mit dem Titel Was Sie noch über mich wissen sollten. Doch ist an dieser Stelle wiederum zu überlegen, welche entscheidenden Informationen über Dich als Bewerber nicht schon an anderer Stelle Deiner Bewerbung ausreichende Erwähnung finden konnte. Die dritte Seite ist also keineswegs obligatorisch zu verstehen, sondern nur für wichtige Details zu Deiner persönlichen Job-Eignung zu verwenden. Sollte es beispielsweise in Deiner Biografie große Lücken oder Brüche geben, wäre dies ein Anlass, die Veränderungen in der dritten Seite zu erläutern.

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Reihenfolge der Anlagen in der Bewerbungsmappe

Immer wieder taucht die Fragen auf, in welcher Reihenfolge die einzelnen Anlagen zu Deiner Bewerbung sortiert werden sollen. Neben der chronologisch-rückwärts gerichteten Weise kannst Du Dich auch nach der Nennung der einzelnen Positionen von Bildung und Berufserfahrung in Deinem Lebenslauf richten.

Umfang des Bewerbungsanhangs

Während bei Papier-Bewerbungen der Umfang des Anhangs an der Stärke des Briefes abgesehen werden kann, gibt bei digitalen Bewerbungen der Speicherumfang der Dokumente (in der Regel PDF) eine Auskunft über die Anzahl Deiner Bewerbungsanlagen Auskunft. Der sollte im Optimalfall 5 MB nicht überschreiten (inkl. Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf). Gerade bei E-Mail-Bewerbungen ist die Begrenzung entscheidend für das einwandfreie Versenden und Abrufen der Bewerbung. Doch auch aus anderen Gründen lohnt sich die Überlegung, lediglich eine gute Auswahl an Anlagen Deiner Bewerbung hinzuzufügen: Schauen sich Personaler wirklich alle Dokumente an? Neben dem Auswahlkriterium des Alters der Zeugnisse solltest Du auf die Relevanz für den beworbenen Job achten. Und so manches Zertifikat, wie z. B. das eine „Internet-Führerscheins“, trägt in heutiger Zeit eher zur Belustigung als zur Information von Personalern bei.

Fazit: Chancen besonderer Anlagen in Deiner Bewerbung nutzen

Der wohl überlegt zusammengestellte Anhang in Deiner Bewerbung erfüllt nicht nur obligatorische Erwartungen der Arbeitgeber. Vielmehr bietet er Dir den Raum, Dich als Bewerber durch zusätzliche Dokumente und Informationen von anderen Mitbewerbern positiv abzuheben. Insbesondere Persönlichkeitsprofile befinden sich in den Anlagen einer Bewerbung noch viel zu selten.

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