Bewerbungsfoto

Fügst Du Deiner Bewerbung ein Foto von Dir bei oder lässt Du es lieber weg? Es ist Deine Entscheidung – und die solltest Du Dir gut überlegen. Ein guter Grund für die Aufnahme eines Bewerbungsfotos könnte in Umfragen unter Personalern zu finden sein: Die deutliche Mehrheit sagt, das Bewerbungsfoto runde die Bewerbungsunterlagen ab. Vielleicht ist eine Bewerbung ohne Dein Lichtbild also nicht ganz rund.

Das Plus eines Bewerbungsfotos

Ein gutes Bewerbungsfoto vermittelt Personalern einen ersten, persönlichen Eindruck von Dir. Und wie wir wissen, zählt der erste Eindruck. Und ein Bild sagt ohnehin mehr als tausend Worte. Wenn Dein Foto Dich zeigt, wie Du wirklich bist, authentisch und sympathisch, dann gewinnt Deine Bewerbung mit einem solchen Lichtbild an Überzeugungskraft.

Ein professionelles Bewerbungsfoto

Kein Passbild

Ein Passbild ist für den Ausweis oder Pass – wie der Name schon sagt – und nicht für eine Bewerbung geeignet. Insbesondere biometrische Aufnahmen zeigen Dich selten sympathisch lächelnd. Ein Bewerbungsfoto stellt Dich ganz anders dar.

Der richtige Fotograf

Die Wahl des für Dich richtigen Fotografen ist zentral entscheidend. Ob professionell ausgebildet oder Quereinsteiger ist hierbei nicht wichtig, sondern: Wer hat ein gutes Händchen und das nötige Fingerspitzengefühl für ein Foto mit toller Ausstrahlung? Lasse Dich am besten von bestehenden Referenzen und Beispielen eines Fotografen leiten. Im Zweifel erkennst Du den richtigen Fotograf für Dich daran, dass er Dir sympathisch ist, sich für Dich Zeit nimmt und Dich fragt, was Du Dir als Ergebnis vorstellst. Gute Bewerbungsfotos kosten nicht selten mehr als 50 Euro. Lasse es Dir auf alle Fälle digital und zu Deiner freien weiteren Verwendung geben.

Haltung bewahren

Lasse Dich möglichst stehend ablichten, damit wirkst Du dynamischer, offen und auf den Personaler zugehend. Selbst wenn Deine Beine gar nicht abgelichtet werden, ist dies auf dem Bild doch spürbar. Unsere Körperhaltung lässt sich nämlich auch an Kopf, Hals und Oberkörper ablesen. Nimm eine möglichst natürliche Haltung ein. Schaue leicht über Deine Schulter, damit es keine zu offensiv wirkende, frontale Aufnahme wird, Du allerdings auch nicht die sprichwörtlich kalte Schulter zeigst. Lasse Dich vom Fotografen nicht in eine unbequeme oder unnatürliche Position verbiegen. Dass Du Dich wohlfühlst, ist die Grundvoraussetzung für ein gelungenes Bewerbungsfoto.

Bitte lächeln

Für viele nicht selbstverständlich oder durchaus schwierig, ist das Lächeln auf dem Bewerbungsfoto. Es geht dabei nicht um eine Typ-Frage, ob es gelingt oder nicht. Wahrscheinlich lächelst Du automatisch, wenn Dir etwas gut gefällt oder es Dir richtig gut geht. Zeige Dich von Deiner ehrlichen, offenen und freundlichen Seite. Es geht nicht um Vortäuschen, sondern Dein wahres Sein. Daher kommt ein überzeugendes, sympathisches Lächeln von innen, aus einer positiven Haltung heraus gegenüber Deinem neuen Arbeitgeber und Job.

Auf Augenhöhe

Damit Du auf den Personaler sympathisch und kompetent wirkst, begegne ihm auf Augenhöhe. Also sollte die Kamera ungefähr auf Höhe Deiner Augen sein. Dann stimmt die Perspektive. Ist die Kamera niedriger, erhöht sie Dich und lässt Dich von oben auf den Leser herabschauen. Eine höhere Kamera-Position lässt Dich von unten nach oben schauen, wodurch Du wie ein Bittsteller wirken könntest.

Schwarz-weiß oder Farbe

Woher kennen wir Schwarz-weiß-Bilder? Aus der Vergangenheit des letzten Jahrhunderts, aus der Kunst oder von Sterbe-Mitteilungen. Wenn es in der Bewerbung nicht um Kunst und besondere Kreativität geht, empfehle ich ein Farbfoto zu verwenden. Es lässt Dich in den allermeisten Fällen dynamischer, frischer und zeitgemäßer wirken.

Hintergrund

Der Hintergrund sollte farblich dezent gehalten sein, damit Du auf dem Foto nicht selbst in den Hintergrund rückst. Schließlich geht es um Dich. Zugleich ist auf einen guten Kontrast zu Haaren, Gesicht und Kleidung zu achten.

Frisur, Kleidung und Accessoires

Deine Frisur auf dem Foto sollte Deiner aktuellen entsprechen. Haare offen oder gebunden – beides ist denkbar. Die Wirkung kann allerdings sehr unterschiedlich sein. Offene Haare wirken auch persönlich offener, zudem weicher und eher weiblich. Nach hinten gebundene Haare wirken aufgeräumt, klar – eventuell auch streng.

Kleide Dich für Deinen Fototermin so, wie Du zur Arbeit erscheinen solltest und möchtest, tendenziell ein wenig schicker, mindestens aber sauber und gepflegt. Die ausgewählten Kleidungsstücke sollten farblich zueinander und zu Deinem Typ passen. Zu stark leuchtende Farben lenken nicht nur die Kamera, sondern auch den Personaler von Dir ab. Vor allem für Frauen gilt: Trage ein Oberteil mit einem angemessenen Ausschnitt, damit nicht das Dekolleté zum Hingucker wird und wiederum ablenkt.

Accessoires sollten zurückhaltend und passend gewählt werden. Dazu zählen übrigens neben Ring, Kette, Armband, Ohrring, Haarschmuck etc. auch Lippenstift, Lidschatten und Make-up. Es gilt wieder einmal: Weniger ist mehr.

Blickrichtung

Dein Bewerbungsfoto kannst Du gerne in Deinen Lebenslauf rechts oben einfügen. Optimalerweise schaust Du dann auf dem Bild in Deinen Lebenslauf nach links hinein. Dazu guckst Du beim Fototermin leicht nach rechts in die Kamera. Sofern Du noch ein separates Deckblatt in Deiner Bewerbung verwendest, fügst Du dort Dein Bild am besten zentriert ein. Du darfst Dich gerne auf diese Art in den Mittelpunkt stellen – schließlich stellst Du Dich dem Leser vor. Die Blickrichtung auf dieser Seite ist dann besser nach rechts. Du animierst damit den Leser zum Weiterlesen. Beim Fotografen schaust Du dann entsprechend leicht nach links in die Kamera.

Wie Dir ein gewinnendes Lächeln gelingt

Es gibt einen recht einfachen und gleichzeitig sehr wirksamen Trick, wie Du quasi auf Knopfdruck authentisch lächelst. Die Methode ist das so genannte Ankern und wird im NLP beschrieben. Hier eine kurze Anleitung für Dich:

  1. Erinnere Dich an eine Situation der letzten Tage, Wochen, Monate oder auch Jahre, in welcher Du in einer richtig guten Stimmung warst: heiter, motiviert und offen für Neues. Wähle die konkrete Situation aus, die Du am besten erinnerst. Was hast Du wahrgenommen, gesehen, gehört, gerochen, geschmeckt und vor allem gefühlt?
  2. Erlebe diese Situation in Deiner Erinnerung mit möglichst allen Sinnen noch einmal. Wenn Du in dieses Hochgefühl voll und ganz eingetaucht bist, machst Du ein „mentales Foto“, indem Du z. B. Deinen Daumen und Zeigefinger einer gewählten Hand aneinanderdrückst. Halte diesen Druck für ein paar Sekunden und entspanne Dich dann vollkommen. Das Ganze wiederholst Du ein paar Mal (vielleicht an mehreren aufeinander folgenden Tagen).
  3. Beim Fototermin rufst Du Dein mentales Foto und die damit verbundenen positiven Emotionen ab, indem Du wieder die genau gleichen Finger (z. B. Deinen Daumen und Zeigefinder derselben Hand wie zuvor) aneinanderdrückst – dieses Mal jedoch nur kurz (ein bis zwei Sekunden). Dieser Trick wird Dir ein ehrlich gelungenes Lächeln auf Dein Gesicht zaubern.

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Christian B. Rahe

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