Lebenslauf

Wusstest Du, dass die meisten Personaler Deinen Lebenslauf als Erstes lesen, noch vor Deinem Bewerbungsanschreiben? Und das ist durchaus verständlich, denn für eine gute Entscheidung braucht es Fakten. Nur selten liefern Anschreiben diese. Der Lebenslauf hingegen gibt Aufschluss über Deine fachliche Eignung mit Zahlen, Daten, Fakten. Wenn Du ihn auf eine Position angepasst und gut strukturiert hast, können Personaler und auch maschinelle Keyword-Scanner schnell erfassen, was für Dich spricht.

Grundlagen eines ansprechenden Lebenslaufs

Aus diesem Grund lohnt es sich für Dich, der Gestaltung Deines Lebenslaufs einiges an Zeit zu widmen und ihn zu individualisieren. Optimalerweise zeigt er Deine fachliche Eignung passend zur gewünschten Stelle auf den ersten Blick. Die erste Seite des Lebenslaufs fungiert als Titelblatt und stellt Deine fachliche Eignung klar hervor. Sie besteht im Wesentlichen aus der Qualifikation und der Berufserfahrung.

Mit Deinem gut strukturierten Lebenslauf wissen Personaler schnell, was Du an Kenntnissen und Fähigkeiten in Bezug auf die offene Stelle mitbringst – und lesen gerne mehr von Dir. Deshalb präsentiere Dich mit Deinem Lebenslauf bewusst passend für Deinen Wunsch-Arbeitgeber bzw. Deine Ziel-Position. Du erhöhst die Chancen für Deine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch mit Deinem Lebenslauf z. B. durch:

  • klare Struktur und gute Lesbarkeit (zweispaltig, linksbündig, nur eine Schriftart u. a.)
  • sachlogische und rückwärts-chronologische Sortierung kombiniert
  • exklusive Hervorhebung der interessantesten Stellen durch Fettdruck
  • inhaltliches Individualisieren an die gewünschte Position (Reihenfolge, Detaillierung, Wortwahl, Highlights etc.)
  • Angabe privater Details

Format

Grundsätzlich bedarf es beim Lebenslauf keiner besonderen Kreativität im Format oder Aussehen – besser im Inhalt. Wiedererkennbarer Standard, und somit gut lesbar für Personaler, ist:

  • Hochformat DIN-A4
  • Seitenränder wie beim Anschreiben: links 2,5 cm, rechts 2,0 cm
  • linksbündig
  • Schriftart identisch mit dem Anschreiben
  • Schriftgröße min. 10, besser 11 oder 12
  • zweispaltig
  • Zeitangaben in der linken Spalte im Format MM/JJJJ – MM/JJJJ
  • Detailangaben (Text) in der rechten Spalte
  • Stichworte, kein Fließtext
  • Aufzählungen mit Punkten o. a.
  • Kapitelüberschriften wie z. B.:
    • Persönliches
    • Qualifikation
    • Berufserfahrung
    • Weitere Bildung
    • Weitere Kenntnisse und Fähigkeiten
    • Privates Interesse und Engagement

Design

Wenn Du mit einem klar strukturierten Lebenslauf überzeugen möchtest, nimm gerne meine Lebenslauf-Vorlage (Word-Format). Für Positionen, die keine ausgesprochene Kreativität erfordern, kann ein besonderes Design vielleicht eine erste Aufmerksamkeit erregen. Doch diese reicht wohl kaum als Argument, Dich zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen. Dafür braucht es schon überzeugende Inhalte.

Von einem schlichten Kopieren oder Übernehmen von Vorlagen aus dem Internet rate ich ab, da zu viele Laien so etwas anbieten. So kann das verwendete Design durchaus kontraproduktiv sein und den Leser ablenken. Und einzigartig ist es mit Sicherheit nicht, Derartiges zu kopieren.

Für Kreativ-Berufe jedoch sollte auch der Lebenslauf in einer ästhetischen, ansprechenden Form ausgestaltet sein. Damit kannst Du Dein berufliches Können besser zum Ausdruck bringen als mit zahlreichen Worten.

Umfang

Der Lebenslauf sollte chronologisch vollständig und lückenlos sein, in der Regel ab Deinem höchsten Schulabschluss. Da jeder ein unterschiedlich abwechslungsreiches Berufsleben hat, variiert der Umfang meist zwischen ein und drei Seiten insgesamt. Je größer der Umfang, desto sequenzieller wird Dein Lebenslauf gelesen – vieles wird dadurch gar übersehen. Weniger ist daher mehr. Schließlich geht es darum, eine klare Botschaft zu senden: Ich bin für Sie fachlich bestens geeignet.

Fokussiere Dich bei der Darstellung Deiner Biografie und visiere zwei Seiten Umfang an. Wie auf dem Titelblatt einer Zeitung sollten alle wesentlichen Argumente für Deine fachliche Eignung bereits auf der ersten Seite Deines Lebenslaufs klar erkennbar sein. Alles, was auf Seite 2 oder 3 auftaucht, ist eher als ergänzende, vervollständigende Information anzusehen. Jede Position wird nur einmalig genannt, also nicht an zwei Stellen gleichzeitig. Die chronologische Ordnung steht also der sachlogischen nach.

Reihenfolge und Sortierung

In welcher Reihenfolge welche Informationen über Dich im Lebenslauf erscheinen, entscheidet darüber, ob der Personaler sich von Dir angesprochen fühlt, weiterliest und Deine Person als fachlich passend wahrnimmt. Führe den Blick des Lesers daher bewusst durch Deinen Lebenslauf. Selten lesen Personaler Lebensläufe vollständig, häufiger jedoch mit schnellem Blick.

Versuche in Erfahrung zu bringen, welche Aspekte Deiner fachlichen Eignung dem Personaler am wichtigsten sind. Dies kann die Berufserfahrung sein, eine bestimmte Qualifikation oder etwas ganz anderes. Was es im Einzelfall ist, erfährst Du durch die sorgfältige Analyse des Stellenangebotes. Durch Deine bewusst gewählte Sortierung gehst Du dann passgenau auf die Bedürfnisse des Personalers ein. So kann es sinnvoll sein, noch vor der Berufserfahrung Deine Qualifikation zu nennen.

Grundsätzlich beginnst Du mit dem, was Du aktuell machst, da dies interessanter ist als längst Vergangenes. Das kann Deine derzeitige oder letzte Berufstätigkeit sein, eine Qualifizierung (Weiterbildung, Studium, Ausbildung etc.) oder auch eine Phase der beruflichen Neuorientierung. Bei längerer Arbeitssuche, Familienzeit etc. kommt es auf den Einzelfall an, welche Darstellung geschickt ist.

Die Reihenfolge Deiner Nennungen ist auch im Detail wichtig. Du hast z. B. die Wahl, ob Du grundsätzlich Deine berufliche Position zuerst nennst oder Deinen Arbeitgeber. Meistens dürfte Ersteres mehr Bedeutung für Personaler haben. Und auch bei der Aufzählung Deiner einzelnen Aufgaben und Verantwortungen kannst Du die Reihenfolge frei wählen. Für den Personaler Wichtigeres sollte weiter oben angeführt werden.

Highlights

Eine Hervorhebung durch Fettdruck ist eine dezente Betonung von Wichtigem und gibt Dir die Chance, mit den überzeugendsten Aspekten Deiner fachlichen Eignung auf den ersten Blick erkannt zu werden. Wähle bewusst einzelne Worte (Positionen, Aufgaben, Verantwortungen, Arbeitgeber, Orte etc.), die Du hervorheben möchtest. Beschränke Dich auf max. fünf Punkte, ansonsten verliert der Fettdruck seine positive Wirkung. Insbesondere auf Seite 2 oder 3 Deines Lebenslaufs erreichst Du mit Fettgedrucktem, dass auch dort wichtige Inhalte wahrgenommen werden.

Kopfzeile

Ein Briefkopf ist – wie der Name schon sagt – grundsätzlich für einen Brief. Auf dem Lebenslauf ist er daher nicht unbedingt angebracht und nimmt häufig zu viel Platz ein. Eine einheitliche Gestaltung von Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf betrifft nicht unbedingt den Briefkopf, sondern vielmehr die Schriftart und den Stil, ggf. auch das Layout Deiner Bewerbung. Angaben wie Name, Anschrift und Kontaktdaten finden einen guten Platz im ersten Kapitel „Persönliches“.

Inhalte eines aussagekräftigen Lebenslaufs

Persönliches

Hier nennst Du Deinen Namen (ggf. auch Deinen abweichenden Geburtsnamen), Anschrift, Kontaktdaten und weitere Angaben, die optional, teils auch obligatorisch sind und von Personalern erwartet werden.

Kontaktdaten

Deine E-Mail-Adresse sollte mindestens Deinen Familiennamen enthalten, besser noch Deinen vollständigen Vor- und Zunamen. Als nicht besonders seriös wahrgenommen werden z. B. Kosenamen in Deiner E-Mail-Adresse.

Bedenke bei der Angabe Deiner Telefonnummer(n), dass Du unter dieser auch erreichbar sein solltest. Zumindest eine persönlich, seriös und gut verständlich besprochene Mailbox sollte sich melden, damit der Personaler weiß, woran er ist. Die ausschließliche Nennung einer Festnetznummer wirkt eher nicht zeitgemäß.

Familie

Ich empfehle die Angabe des Familienstandes im gegebenen Fall mit „verheiratet“, „fest liiert“ oder „in fester Partnerschaft“. Auch „ledig“ kann im Einzelfall positiv wahrgenommen werden (z. B. im Außendienst oder als Führungskraft durch die mitklingende Flexibilität). Geschieden, getrennt oder verwitwet wird jedoch eher negativ wahrgenommen und solltest Du daher weglassen.

Die Angabe von Kindern (ggf. mit Geburtsjahr, Geschlecht bzw. Namen) bringt eine persönliche, soziale Note mit. Außerdem sagt das Alter etwas über die Betreuungsnotwendigkeit aus. Sind Deine Kinder noch sehr klein, solltest Du Deine persönlichen Möglichkeiten der Fremdbetreuung ebenfalls angeben. Damit zeigst Du Deine Flexibilität (u. a. im Krankheitsfall der Kinder). Beispiel: „in fester Partnerschaft, 2 Kinder (Noah *2007 und Lena *2016, Betreuung auch durch die Großeltern gesichert)“

Geburtsdaten

Das Geburtsdatum ist obligatorisch. Lässt Du es weg, machst Du damit Personaler eher skeptisch. Letztlich wird der Personaler Deinen Jahrgang auch durch andere Informationen im Lebenslauf ungefähr beziffern können. Grundsätzlich gibt man das Geburtsdatum auf den Tag genau an. Für den Geburtsort interessieren sich Personaler ebenfalls. Er lässt ggf. Rückschlüsse auf Deine Heimat und Deinen kulturellen Hintergrund zu. Sofern Du Dich außerhalb Deutschlands bewirbst oder nicht in Deutschland geboren bist, gib die Stadt und das Land an. Ansonsten reicht die Nennung des Ortes.

Staatsangehörigkeit

Bewirbst Du Dich in Deutschland, hast Du die deutsche Staatsangehörigkeit und einen deutsch klingenden Namen, kannst Du diese Angabe ruhig weglassen. In allen anderen Fällen kann es sinnvoll sein, die Staatsangehörigkeit anzugeben. Aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz heraus ist die Angabe freiwillig. Und das Weglassen der Angabe kann in manchen Fällen auch vorteilhaft sein.

Konfession

Die Angabe der Religionszugehörigkeit ist freiwillig und in den meisten Fällen auch nicht relevant. Lediglich bei Arbeitgebern, die eine bestimmte Konfession oder eine religiöse Haltung erwarten, ist die Nennung angebracht und ggf. vorteilhaft.

Foto

Bei einer Online-Bewerbung kannst Du Dein Bewerbungsfoto bevorzugt auf dem Lebenslauf oben rechts neben Deinen persönlichen Angaben platzieren. Optimalerweise schaust Du auf dem Foto in Deinen Lebenslauf hinein, also auf dem Blatt nach links. Wenn Du nach rechts, am Rand aus der Seite hinausschaust, wirkt das eher seltsam. Sollte Dein Foto auf dem Lebenslauf zu klein sein, als dass man Dein Gesicht mit Deiner Ausstrahlung gut erkennen könnte, empfiehlt sich ein separates Deckblatt mit Bewerbungsfoto.

Qualifikation

Ein zentraler Aspekt der fachlichen Eignung ist die Qualifikation. Hiermit meine ich im engeren Sinn die für eine konkrete Position relevante Bildung, also das erworbene Wissen und die erlangten Kenntnisse. Das können Schulabschlüsse sein oder Studiengänge, Aus- oder Weiterbildungen. Ein vorhandener Abschluss oder ein Teilnahme-Zertifikat sind natürlich hilfreich, in manchen Fällen sogar (rechtlich) eine wichtige Voraussetzung für die Ausübung einer Tätigkeit. Aber auch wenn Du ein Studium oder eine Ausbildung nicht abgeschlossen hast, kannst Du Dein erlerntes Wissen einbringen und daher auch im Lebenslauf zeigen.

Die für die Position nicht relevante Bildung kannst Du im Kapitel „Weitere Bildung“ aufführen, sofern Du die Posten nicht vielleicht sogar ganz weglässt. Allerdings sollten durch das Weglassen keine zeitliche Lücken entstehen.

Berufserfahrung

Neben der Qualifikation ist die mitgebrachte Berufserfahrung für Personaler entscheidend, ob Du der fachlich geeignete Bewerber bist. Die passenden Positionen, Aufgaben, Verantwortungen etc. sollten dementsprechend im Lebenslauf erwähnt werden – optimalerweise so, dass sie dem Leser gleich ins Auge fallen.

Nenne bei jeder Position mindestens Deinen Stellentitel (ggf. auch Bereich, Verantwortung o. a.), der dem Leser klar kommuniziert, was Dein Job war. Darunter nennst das Unternehmen und den Arbeitsort (mit Land, wenn es nicht selbst erklärend ist). Wenn es eine Tätigkeit war, die schon viele Jahre zurückliegt oder für Deine Wunsch-Position nicht relevant ist, reichen diese Angaben aus. Ansonsten braucht es hier weitere Details.

Nach der Auswertung eines Stellenangebotes weißt Du, auf welche Deiner Erfahrungen es ankommt. Im Lebenslauf bedienst Du diese so weit wie möglich mit den Details zu Deinen beruflichen Stationen. Der Personaler sollte in Deinem Lebenslauf Vergleichbares zur neuen Position erkennen können. Dabei hilft auch die bewusste Wortwahl, die der Ausdrucksweise im Stellenangebot entspricht (z. B. Schriftverkehr, Kommunikation oder Korrespondenz).

Nenne Deine übernommenen Aufgaben, Deine Verantwortung und vielleicht auch Deine Erfolge gerne mit Zahlenwerten (z. B. Anzahl Mitarbeiter, Budgetgrößen oder Reichweite) übersichtlich in einer Aufzählung mit Punkten untereinander. Der Personaler erfasst auf diese Weise schnell, was Du gemacht hast.

Bewirbst Du Dich als Quereinsteiger, bringst Du wahrscheinlich keine einschlägige Berufserfahrung mit. Dann lohnt sich ein genauer Blick auf Deine bisherigen Tätigkeiten. Oftmals lassen sich berufsfremde und scheinbar nicht relevante Erfahrungen auf den neuen, angestrebten Tätigkeitsbereich beziehen. Da kommt es dann auch wieder auf die Auswahl und Formulierung an.

Fettdruck macht bei der Berufserfahrung besonders viel Sinn, wenn etwas Wichtiges ohne Hervorhebung beim Lesen untergehen würde. Wiederum gilt auch hier: Weniger ist mehr. Meist zählt für Personaler nicht die Auflistung aller Berufserfahrungen vollumfänglich bis ins letzte Detail, sondern die passenden Erfahrungswerte. Reduziere Deine Aufzählungen auf zielführende 5 – 10 Details je Position.

Weitere Bildung

Dieses Kapitel ist die Ergänzung zur Qualifikation. Hier steht Dein Bildungswissen, das für die gewünschte Position nicht in erster Linie relevant ist, aber dennoch der Vollständigkeit halber aufgeführt werden sollte. Insbesondere solltest Du keine zeitlichen Lücken im Lebenslauf haben. Aber auch zur Abrundung Deines Profils ist die weitere Bildung geeignet.

Auslandserfahrung

Ist in einer Stelle Auslandserfahrung interkulturelle Kompetenz gefordert, kannst Du Deine Erfahrungen im Ausland prominent in diesem Kapitel darstellen. Auch private Reisen kannst Du hier nennen. Schreibe, wo Du warst, was Du gemacht und ggf. was Du gelernt hast.

Weitere Kenntnisse und Fähigkeiten

Computer, EDV oder IT

Nicht nur die geforderten und von Dir mitgebrachten Programmkenntnisse dürfen hier aufgeführt werden, sondern gerne auch ein wenig darüber hinaus, insbesondere für den neuen Bereich relevante Spezial-Software. Wenn Du mit 10 Fingern am Computer schreiben kannst, kannst Du auch das hier erwähnen. Die Angabe eines „Computer-Führerscheins“ stellt Dich dagegen meist nicht in einem besonders guten Licht dar. Auch die Angabe, dass Du mit dem Internet umgehen kannst, erübrigt sich, da dies erwartbare Kompetenzen unserer Zeit sind.

Fremdsprachen

Mindestens Grundkenntnisse in einer Fremdsprache werden häufig erwartet. Grundkenntnisse sind keine Schande, sondern eine Basis, auf der Du aufbauen kannst, wenn es überhaupt notwendig sollte. Schätze Dein Können selbst ein und schreibe es gerne zur angegebenen Sprache dazu (z. B. gut, sehr gut, fortgeschritten, fließend, verhandlungssicher o. a.). Noch besser ist die Angabe der bekannten Level A1 – C2.

Allgemein wird angenommen, „Muttersprache“ drücke die höchste Stufe des sprachlichen Könnens aus. Ich habe allerdings schon einige Menschen kennengelernt, die ihre angegebene Muttersprache nur noch eingeschränkt beherrschten. Wenn Du also eine andere als die deutsche Muttersprache fließend beherrschst, schreibe zur Klarstellung am besten auch „fließend in Wort und Schrift“ dazu.

Führerschein

Wird ein bestimmter Führerschein (und ggf. ein eigener Pkw) erwartet, kannst Du hier nennen, was Du hast. Ungefragt einen Motorrad-Führerschein mitanzugeben, kann bei Personalern dazu führen, dass Du als „für Arbeitsausfälle gefährdet“ wahrgenommen wirst. Vielleicht lässt Du also nicht benötigte Führerscheine einfach weg. Bei einem Arbeitgeber, der mit Motorrädern zu tun hat, ist der Motorradführerschein und alles andere, was Du mit Motorrädern zu tun hast, eine vorteilhafte Angabe.

Privates Interesse und Engagement

Angaben in diesem Kapitel sind absolut freiwillig, da sie Deine Privatsphäre betreffen, welche für Dich als Bewerber nicht nachteilig entscheidend sein darf. Allerdings macht es aus verschiedenen Gründen Sinn, dass Du hier etwas nennst – natürlich nur, wenn es auch der Wahrheit entspricht und Du es kommunizieren möchtest:

  • Du gibst etwas aus Deinem Privatleben preis. Das signalisiert Deine Offenheit und schafft Vertrauen.
  • Du präsentierst Dich als eine Persönlichkeit mit vielleicht vielseitigen Interessen auch außerhalb des Beruflichen. Dadurch erweiterst Du Deinen Horizont.
  • Vielseitige Interessen sowie körperlicher und psychischer Ausgleich zur Arbeit sorgen für eine gesunde Balance (Deine Burnout-Prävention).
  • Du zeigst Dich möglicherweise von Deiner „sozialen Seite“ mit der Bereitschaft, die Extra-Meile zu gehen.
  • Du bietest vielleicht interessante „Aufhänger“ für das Bewerbungsgespräch.
  • Wenn Du berufliche Kompetenzen auch im Privaten anwendest, zeigst Du Leidenschaft für Dein berufliches Wirken und somit Motivation.

(Ehrenamtliches) Engagement

Neben der klassischen, aktiven Vereinsmitgliedschaft kannst Du hier alles anführen, wofür Du Dich aktuell einsetzt. Es kommt nicht auf Formalitäten an, sondern vielmehr, wo und wie Du außerhalb des Beruflichen wirkst.

Für Quereinsteiger ist es durchaus möglich, das bisher ehrenamtliche Wirken zum hauptamtlichen, also zum Beruf, zu machen. Dann kann das ehrenamtliche Betätigungsfeld, auch wenn es aktuell nicht mehr ausgeübt wird, seinen Platz im Lebenslauf unter „Berufserfahrung“ finden. Schließlich geht es dabei um berufliche Erfahrungswerte.

Sport

Grundsätzlich gern gelesen werden ausgleichende Sport-Aktivitäten. Auch Deine Ausdauer oder Zielstrebigkeit kannst Du mit manchem Sport gut kommunizieren. Extrem-Sportarten oder gefährlich anmutende (Skifahren/Snowboarden, Gleitschirmfliegen, Klettern, Tauchen etc.) sollten für eine Erwähnung wohl überlegt sein. Bei manchen Bewerbungen kann es aber auch hilfreich sein (z. B. bei einem Outdoor-Ausstatter).

Auf eine Vereinszugehörigkeit oder ähnlich Formales kommt es auch hier nicht an. Die viel gefragte Teamfähigkeit kannst Du allein mit einem Mannschaftssport nicht überzeugend darstellen. Die Bedeutung von Team-Sportarten in der Bewerbung wird meist überschätzt.

Musik, Kunst, Kultur

Wenn Du aktiv ein Instrument spielst, weißt Du, welche Ausdauer Du zum Erlernen brauchst. Das kommunizierst Du damit genauso wie Deine musische, vielleicht sogar kreative Seite an Dir. Auch Chor-Singen oder Teil einer Band oder eines Musikvereins zu sein, könnte interessant sein. Wenn Dein Interesse an Kunst und Kultur über Club- oder Kinobesuche hinausgeht, kann auch das die Aufmerksamkeit für Deine Person wecken. Veranstaltungen wie beispielsweise Poetry-Slams kennt noch nicht jeder. Unbekanntes weckt grundsätzlich Aufmerksamkeit.

Vielleicht möchtest Du noch etwas ganz anderes aus Deinem Privatleben erzählen? Sei mutig und präsentiere Dich persönlich, menschlich, einzigartig. Achte darauf, dass Deine Angaben aussagekräftig sind. Z. B. „Lesen“ oder „Musik“ bieten keinen informativen Mehrwert, „Lesen von Biografien“ oder „Besuch klassischer Konzerte“ hingegen schon.

Ort, Datum

Diese Angaben sind nach wie vor obligatorisch. Das Datum sollte den Tag des Versendens Deiner Bewerbung angeben und identisch sein mit dem Datum in Deinem Anschreiben. Ein konkretes Tagesdatum zeigt auch die Aktualität Deines Lebenslauf und drückt durch die individuelle Unterlagenerstellung eine gewisse Wertschätzung für den Leser aus.

Unterschrift

Immer noch legen einige Personaler Wert auf eine Unterzeichnung des Lebenslaufs, auch in digitaler Form. Scanne daher Deine Unterschrift von einem weißen Blatt ein (in blau hebt die Schrift sich vom Rest des Dokuments gut ab) und füge die Bilddatei in Dein Lebenslauf-Dokument ein. Unterhalb der Unterschrift gibst Du Deinen vollen Namen zusätzlich in Maschinenschrift an, damit Dein Name auf alle Fälle erkennbar ist. Eine Unterschrift in bewusster Schönschrift ist nicht erforderlich.

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Christian B. Rahe

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